| Neben den fachlichen Anforderungen
besteht ein Großteil der Komplexität eines Abrechnungssystems in der
optimalen Abbildung verschiedener technischer Anforderungen: Integrierbarkeit:
Abrechnungssysteme müssen sich oftmals in ein komplexes IT-System
nahtlos integrieren lassen. Die Schnittstellenverarbeitung muss
flexibel und vom Anwender definierbar sein. Welche Schnittstellen
werden bedient? Wie werden die abgerechneten Daten z.B. an
Abrechnungspartner übertragen (FTP, ODEX, XML, MQSeries, etc.)? Welche
Systeme haben die Stammdaten-Hoheit und wie erfolgt die
Synchronisierung der Stammdaten mit anderen Systemen?

Zahlungsverkehr:
Wie und wo wird der Zahlungsverkehr abgewickelt? Wenn dies Bestandteil
des Abrechnungssystems ist, müssen auch die Ergebnisse des
Zahlungsverkehrs eingepflegt werden können, oder es ist Aufgabe der
FIBU und die entsprechenden Stammdaten müssen an diese übertragen
werden.
Performance:
Laut einer Forrester-Studie (09/2004) liegen Performance-Probleme,
unter denen der Anwender leidet, zu 44% an der Applikation selbst, nur
zu 10% an der Hardware. In einem hochperformanten Abrechnungssystem
liegen daher hohe Kosteneinsparpotentiale. Damit ein Abrechnungssystem
mit den Anforderungen wachsen kann und besonderen
Spitzenbelastungen gewachsen ist, ist neben optimierter Implementierung
durchgängige Parallelverarbeitung
notwendig. Alle Verarbeitungsschritte müssen weitgehend autonom und
parallel arbeiten können, eine individuelle Performancesteuerung soll
im laufenden Betrieb die Anzahl der Prozesse verändern können und so
das Wachsen mit der Hardware (Prozessoranzahl, Hauptspeicher)
ermöglichen. Eine schlechte Systemarchitektur verursacht teure
Performanceprobleme, die auch nicht immer durch Hardware wieder
gerettet werden kann ("mit Eisen schmeißen" ist keine dauerhafte
Lösung...).

|
 |
Im laufenden Betrieb stellen sich weitere Anforderungen: Web-Interface: Die Benutzerschnittstelle ist je nach Anwender sehr differenziert zu betrachten, aber eines sollte sie auf alle Fälle sein: über das Intranet/Internet zugänglich. Daher sollte die gesamte Bedienung und Datenpflege über den Web-Browser erfolgen. Dies ermöglicht auch die Einbindung von Lieferanten und Abrechnungspartnern, ein wesentliches Merkmal zur Festigung von Geschäftsbeziehungen.
Reporting: Das Berichtswesen sollte durch selbst definierbare Abfragen vom Anwender verwaltet und nach Operator-, Anwender- und Managementanforderungen differenziert werden können.

Operatorlose Bedienung: Alle Ereignisse, die im Abrechnungssystem zu einer Aktivität führen sollen, müssen automatisch erkannt und behandelt werden, um nicht nur für einen 24/7-Betrieb das Abrechnungssystem ohne zusätzlichen Ressourcen betreiben zu können. Hierzu ist eine ausgefeilte Ereignissteuerung notwendig.
Überwachungsmonitore: Durch integrierte Überwachungsfunktionen oder in Kombination mit SNMP-Agenten kann das Abrechnungssystem permanent überwacht werden. Ausnahmefälle meldet das System selbständig auf unterschiedlichen Kommunikationswegen.

Datensicherheit ist die höchste aber auch selbstverständlichste Anforderung. 100%-ige Datenintegritätsprüfungen sichern formal korrekte Daten, erfahrungsgemäß sind es aber meistens semantische Fehler (z.B. fehlerhafte Stammdaten), die ein falsches Abrechnungsergebnis verantworten. Dies stellt hohe Anforderung an die Ausnahmefall-Behandlung. Hierzu dienen klare Wiederaufsetzpunkte sowie der automatische und manuelle Rollback kleinster Verarbeitungsschritte. Dies erspart in der Praxis ein vollständiges Restore und die komplette Wiederholung eines Verarbeitungslaufes. Dies spart Zeit und damit Geld.
|